Was will ich eigentlich ganz konkret?
Je konkreter das Ziel, desto wahrscheinlicher ist es zu erreichen
Blöde Frage, werden manche von euch jetzt sagen. Du hast
doch schon in den letzten Artikeln geschrieben, was du willst. Bücher schreiben,
und zwar mindestens so lange, bis du zehn Stück veröffentlicht hast. Sogar eine
Zeitspanne hast du genannt: Zwei Jahre. Also wie konkret soll es denn wohl noch
werden können?
Da muss ich dann gleich mal ein Veto einwerfen. In zwei
Jahren zehn Bücher auf dem Markt zu haben, mag zwar ein Ziel sein, aber konkret
ist das noch lange nicht.
Ich weiß zum Beispiel noch nicht, welche Art von Büchern es
sein sollen. Soll ich meine Serie um das Telepathenvolk der Centerer noch über
den zweiten Band hinaus erweitern, den ich gerade schreibe? Soll ich
hauptsächlich auf Kurzgeschichtensammlungen setzen, um schneller voran zu
kommen? Will ich weitere Mystery-Romance Projekte unter meinem Pseudonym
veröffentlichen, oder lasse ich das sterben?
Allein, was das Schreiben an sich angeht und den Weg zu dem
Ziel, zehn Veröffentlichungen zu haben, kann ich noch wesentlich konkreter
werden. Nein falsch: MUSS ich noch wesentlich konkreter werden. Warum? Na,
beschließt mal, nach Köln zu wandern, ohne vorher einen Blick auf die Landkarte
geworfen zu haben. Viel Glück dabei ;)
OK, jetzt mal angenommen, ich sage: Unter den nächsten sechs
Veröffentlichungen sollen zwei weitere Fortsetzungen der Centerer sein, zwei
Horror-Kurzgeschichtensammlungen und zwei Mystery-Romance Bände. Dann wäre das,
was das Schreiben an sich angeht, schon wirklich sehr konkret.
Ich weise hier
ausdrücklich darauf hin, dass das nur ein Beispiel ist! Das entspricht nicht
meiner tatsächlichen Zielsetzung, aber die verrate ich auch nicht öffentlich.
Das würde meinen kreativen Freiraum dann doch zu sehr einengen. Nicht, dass
mich nachher dauernd Mails erreichen, in denen ich gefragt werde, wo der zweite
Mystery-Romance-Band bleibt. Nee, nee…
Und noch mal zurück zum Begriff „konkret“: Mir fällt spontan
noch etwas ganz anderes ein, was ich mich in diesem Zusammenhang fragen muss:
Will ich diesem Ziel ALLES unterordnen? Ich könnte ja beschließen, dass ich
diese verdammten Bücher in der vorgesehenen Zeit schreibe und mich dabei um
nichts anderes mehr kümmere.
Das will ich ganz entschieden nicht! Das wäre mir zu
langweilig und zu einseitig. Vor allem denke ich, dass ein Autor, der nichts
tut, außer zu schreiben, mit der Zeit vielleicht ein immer besserer Handwerker
wird, er aber schließlich zwangsläufig schlechtere Geschichten schreiben wird.
Wer nicht am Leben teilnimmt, keine vielseitigen Interessen pflegt, sich nicht
in Gesellschaft begibt und nie vom Schreibtisch weg kommt, der wird ein
Sonderling. Ich will aber kein Sonderling werden.
OK, da weiß ich schon mal, was ich nicht will. Was aber
stattdessen?
Darüber brauchte ich wirklich nicht lange nachdenken. Da ich
finde, ein Autor sollte viele Dinge wissen, habe ich natürlich den Wunsch, in
Zukunft viele neue Dinge auszuprobieren, zu lernen und zu durchdenken.
Und schon habe ich zwei Projekte am Hals, von denen ich aber
keines missen möchte. Erstens das Schreiben und zweitens das Lernen. Und ihr
ahnt es schon: Auch hier muss das Ziel natürlich noch wesentlich konkreter
werden. Was lernen, wie viel lernen, worüber nachdenken, was neu entdecken?
Oha, ich habe anscheinend eine Menge Stoff zum Nachdenken.
Dann bin ich mal weg – zum Nachdenken.
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