Dienstag, 23. Juli 2013

Was will ich eigentlich ganz konkret?



Was will ich eigentlich ganz konkret?

Je konkreter das Ziel, desto wahrscheinlicher ist es zu erreichen

Blöde Frage, werden manche von euch jetzt sagen. Du hast doch schon in den letzten Artikeln geschrieben, was du willst. Bücher schreiben, und zwar mindestens so lange, bis du zehn Stück veröffentlicht hast. Sogar eine Zeitspanne hast du genannt: Zwei Jahre. Also wie konkret soll es denn wohl noch werden können?
Da muss ich dann gleich mal ein Veto einwerfen. In zwei Jahren zehn Bücher auf dem Markt zu haben, mag zwar ein Ziel sein, aber konkret ist das noch lange nicht.

Ich weiß zum Beispiel noch nicht, welche Art von Büchern es sein sollen. Soll ich meine Serie um das Telepathenvolk der Centerer noch über den zweiten Band hinaus erweitern, den ich gerade schreibe? Soll ich hauptsächlich auf Kurzgeschichtensammlungen setzen, um schneller voran zu kommen? Will ich weitere Mystery-Romance Projekte unter meinem Pseudonym veröffentlichen, oder lasse ich das sterben?
Allein, was das Schreiben an sich angeht und den Weg zu dem Ziel, zehn Veröffentlichungen zu haben, kann ich noch wesentlich konkreter werden. Nein falsch: MUSS ich noch wesentlich konkreter werden. Warum? Na, beschließt mal, nach Köln zu wandern, ohne vorher einen Blick auf die Landkarte geworfen zu haben. Viel Glück dabei ;)

OK, jetzt mal angenommen, ich sage: Unter den nächsten sechs Veröffentlichungen sollen zwei weitere Fortsetzungen der Centerer sein, zwei Horror-Kurzgeschichtensammlungen und zwei Mystery-Romance Bände. Dann wäre das, was das Schreiben an sich angeht, schon wirklich sehr konkret.
 Ich weise hier ausdrücklich darauf hin, dass das nur ein Beispiel ist! Das entspricht nicht meiner tatsächlichen Zielsetzung, aber die verrate ich auch nicht öffentlich. Das würde meinen kreativen Freiraum dann doch zu sehr einengen. Nicht, dass mich nachher dauernd Mails erreichen, in denen ich gefragt werde, wo der zweite Mystery-Romance-Band bleibt. Nee, nee…

Und noch mal zurück zum Begriff „konkret“: Mir fällt spontan noch etwas ganz anderes ein, was ich mich in diesem Zusammenhang fragen muss: Will ich diesem Ziel ALLES unterordnen? Ich könnte ja beschließen, dass ich diese verdammten Bücher in der vorgesehenen Zeit schreibe und mich dabei um nichts anderes mehr kümmere.

Das will ich ganz entschieden nicht! Das wäre mir zu langweilig und zu einseitig. Vor allem denke ich, dass ein Autor, der nichts tut, außer zu schreiben, mit der Zeit vielleicht ein immer besserer Handwerker wird, er aber schließlich zwangsläufig schlechtere Geschichten schreiben wird. Wer nicht am Leben teilnimmt, keine vielseitigen Interessen pflegt, sich nicht in Gesellschaft begibt und nie vom Schreibtisch weg kommt, der wird ein Sonderling. Ich will aber kein Sonderling werden.
OK, da weiß ich schon mal, was ich nicht will. Was aber stattdessen?

Darüber brauchte ich wirklich nicht lange nachdenken. Da ich finde, ein Autor sollte viele Dinge wissen, habe ich natürlich den Wunsch, in Zukunft viele neue Dinge auszuprobieren, zu lernen und zu durchdenken.
Und schon habe ich zwei Projekte am Hals, von denen ich aber keines missen möchte. Erstens das Schreiben und zweitens das Lernen. Und ihr ahnt es schon: Auch hier muss das Ziel natürlich noch wesentlich konkreter werden. Was lernen, wie viel lernen, worüber nachdenken, was neu entdecken?
Oha, ich habe anscheinend eine Menge Stoff zum Nachdenken. Dann bin ich mal weg – zum Nachdenken.

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