Wunschliste der Lernprojekte für die nächsten Jahre: Teil 1
Oder: Wer sich nichts vornimmt, krieg auch nicht gebacken
Eines gleich mal vorweg: Wenn es dem einen oder anderen von
Euch so vorkommt, als wäre ich auf dem besten Weg, mich entweder in einen Erledigungsroboter
zu verwandeln oder mich heillos zu verzetteln, dann kann ich Euch beruhigen.
Beides wird nicht passieren.
Was aber auf jeden Fall passieren wird, ist eine
Verschiebung und Neuordnung meiner Aktivitäten. Es ist ganz erstaunlich, wie
viel Zeit man tatsächlich hat, wenn man erst anfängt, die nutzlosen uns
stumpfen Zeitfresser im Alltag zu identifizieren und auszuschalten. Dabei muss
man am Anfang nicht mal sonderlich konsequent sein. Allein durch die
Einschränkung meines abendlichen Fernsehkonsums ist es mir schon gelungen,
überhaupt mit den TÄGLICHEN Schreiben zurande zu kommen (Ich spreche hier von
Werktagen – die Wochenenden nutze ich momentan immer noch zur Erholung).
Von wie viel Zeit sprechen wir hier? Wenn ich mal davon
ausgehe, dass ich sonst eigentlich immer zwischen zwanzig und dreiundzwanzig
Uhr vor der Glotze gehangen habe, dann sprechen wir von drei Stunden pro Tag.
DREI STUNDEN!
Was würdet Ihr tun, wenn Ihr plötzlich drei zusätzliche
Stunden am Tag hättet? Ich hätte da so einige Ideen.
Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass ich diese drei
Stunden komplett zum Schreiben verwenden möchte. Da ich mich aber kenne, ist
das für mich keine wirkliche Option. Beim Schreiben komme ich nach spätestens
neunzig Minuten an den Punkt, an dem die Konzentration rapide abnimmt. Ich bin
leider kein Marathon-Schreiber. Meist schaffe ich sogar nur eine Stunde am
Stück.
Morgens nach dem Aufstehen schaffe ich meist eine halbe
Stunde. Somit habe ich pro Tag dann also neunzig produktive Minuten zum Schreiben.
Das reicht mir schon.
Dann habe ich abends immer noch zwei Stunden, die ich besser
nutzen kann, als nur fern zu sehen. Und da kommt meine Wunschliste der
Lernprojekte ins Spiel. So eine Wunschliste aufstellen zu können, und auch noch
die Gewissheit zu haben, sie innerhalb einiger Jahre tatsächlich erfüllen zu
können (da bin ich recht sicher), ist ein unerhörter Luxus. Früher in der
Schule habe ich Lernen nie als Luxus empfunden. Viel Energie habe ich da nicht
investiert. Ich schrieb gute Noten in den Fächern, die mir leicht fielen, weil
sie mich interessierten und schlechte Noten in denen, die ich nicht ausstehen
konnte. Für die schlechteren Fächer ernsthaft zu lernen, kam mir nie in den
Sinn. Mein Zeugnis war auch so gut genug, also wozu sich noch anstrengen?
Heute sieht es anders aus. Niemand schreibt mir vor, was ich
zu lernen habe. Wenn ich wollte, bräuchte ich nie wieder irgendwas zu lernen.
Aber das Schöne ist: Ich kann es mir aussuchen.
Und ich fange mal ganz bescheiden an. Mein Englisch war
eigentlich immer recht ordentlich. Für eine gepflegte Unterhaltung hat es stets
gereicht. Allerdings ist es doch arg eingerostet, wie ich immer wieder
feststellen muss. Vor ein paar Monaten war ich zum ersten Mal in meinem Leben
in London und war sehr zuversichtlich, dass ich mich dort super würde
verständigen können. Konnte ich auch. Wann immer ich etwas sagen wollte, habe
ich das geschafft. Nur leider habe ich die Antworten der Londoner so gut wie
nie verstanden. Die hielten sich einfach nicht an das mir bekannte Vokabular.
Ein Blick in eine Tageszeitung vor Ort machte es mir dann
richtig deutlich: Ich kann gar nicht so gut Englisch, wie ich annahm. Das war
einerseits sehr ernüchternd, andererseits aber ein Ansporn.
Mein erstes Lernprojekt wird also darin bestehen, mein
Englisch gründlich aufzupolieren. In erster Linie benötige ich dazu ein
erheblich erweitertes Vokabular. Konkret möchte ich gut genug Englisch können,
um eine Britische oder auch Amerikanische Tageszeitung lesen und verstehen zu
können.
Pro Tag nehme ich mir lediglich fünf bis sieben neue
Vokabeln vor. Das sollte mich nicht überfordern. Klappt seit drei Tagen (ja,
ich habe schon angefangen) ganz gut und lässt sich prima nebenbei bewältigen.
Ich nutze dazu ein kostenloses Programm (browserbasiert und App), das nach der
Zettelkastenmethode arbeitet.
Das bedeutet, immer, wenn eine Vokabel abgefragt wird,
klicke ich anschließend auf einer Skala von 1 (geht gar nicht) bis 5 (kann ich
super) an, wie gut ich diese Vokabel bereits gelernt zu haben glaube. Ja nach
Einordnung wir diese Vokabel dann künftig öfter oder weniger oft abgefragt. Die
Vokabeln, bei denen man unsicher ist, kommen also häufiger. Da macht Sinn.
Dieses nützliche und tolle Programm nennt sich Brainscape.
Ihr findet es hier https://www.brainscape.com/
P.S. Hier könnt Ihr Euch in meinen Autoren-Newsletter eintragen. Ich halte Euch über neue Buch-Veröffentlichungen auf dem Laufenden.
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