Ich lerne endlich wieder. Was für ein Gefühl!
Neues Wissen an jedem einzelnen Tag
Heute gibt es einen Zwischenbericht zu meinem ersten
Lernprojekt, das ich in meinem Artikel „Wunschliste Lernprojekte Teil 1“ definiert
habe.
Wie ich mich und meine Begeisterungsfähigkeit so kannte,
hatte ich eigentlich erwartet, dass es zunächst ein paar Tage ganz gut laufen
und dann allmählich einschlafen würde. Doch was soll ich sagen? Es läuft und
läuft wie ein Länderspiel! Ich nutze tatsächlich jeden einzelnen Tag mindestens
einmal meine Brainscape-App (siehe
vorgenannter Artikel) und mache unaufhörlich Fortschritte.
Das selbst gesetzte Ziel von sieben neuen Vokabeln pro Tag
schaffe ich mühelos. An guten Tagen sind es bis zu dreißig. Das
Zettelkastenprinzip mit seinen gehirngerechten Wiederholungsintervallen
funktioniert tadellos.
Natürlich ist das hauptsächlich der konsequenten Nutzung
meiner zur Verfügung stehenden Zeiten zu verdanken. Wie ich die Zeit zum Lernen
freigeschaufelt habe, könnt ihr in meinem Beitrag „Mini-Pausen identifizierenund nutzen“ nachlesen.
Um die englische Sprache möglichst gut zu lernen, mache ich
mir dabei die Mühe, bis zu zwölf Bedeutungen einer Vokabel zu lernen, statt nur
der gängigsten. Das ist auch absolut notwendig, denn der Wortschatz des
Englischen ist für die nuancenreiche deutsche Sprache manchmal nicht ausreichend.
Ein guten Beispiel ist das Verb „to emerge“. Das kann im Deutschen so
unterschiedliche Bedeutungen haben wie erscheinen, auftauchen, auftreten,
heraustreten, hervorkommen, sich entwickeln, entstehen, schlüpfen, sich
ergeben, usw. Welche Bedeutung im jeweiligen Kontext eines Textes gemeint ist,
kann man nur dann herausfinden, wenn man alle möglichen Bedeutungen kennt.
Teilweise habe ich damit begonnen, solche langen
Bedeutungslisten mit einfachen, mnemotechnischen Tricks zu lernen. Stark
vereinfacht gesagt, geht es bei der Mnemotechnik darum, Informationen in
geistigen Bildern zu codieren. Bilder merkt sich das Gehirn um ein vielfaches
besser, als abstrakte Informationen wie Wörter oder Zahlen. Zu einem tieferen
Einstieg in die Mnemotechnik werde ich in späteren Artikeln noch kommen.
Momentan steige ich selbst erst in diese Thematik ein.
Nur so viel: Eine Liste von bis zu 45 beliebigen Dingen kann
ich mir bereits jetzt mühelos einprägen und fehlerlos wiedergeben. Um das zu
lernen, habe ich nur zwei Tage benötigt. Es lohnt sich also wirklich, sich mit
Mnemotechnik zu befassen.
Eine weniger strukturierte Art, sozusagen Mnemotechnik
light, wende ich momentan wie gesagt bei einigen Vokabeln an. Um beim Beispiel
des Verbs „to emerge zu bleiben:
Für jede Bedeutung visualisiere ich ein kleines Bild. „Auftauchen“
wird bei mir z.B. zu dem Bild eines Tauchers, der gerade die Wasseroberfläche
durchbricht. Für „erscheinen“ stelle ich mir eine weiß gekleidete Gestalt vor,
die sich aus dem Nichts materialisiert. Um es nicht mit „auftauchen“ zu
verwechseln, scheint diese Gestalt in hellem Licht. „Schlüpfen“ wiederum wird
natürlich als Küken, das aus dem Ei schlüpft vorgestellt und bei „sich ergeben“
denke ich an einen Soldaten, der mit erhobenen Händen aus einem Schützengraben
kommt. Ihr seht das Prinzip? Klingt seltsam, stimmt´s? Nun, da unser Gehirn
offenbar seltsame Eindrücke liebt, ist es mir vollkommen egal, ob ihr glaubt,
ich sei beknackt oder nicht.
Mnemotechnik hat einfach viel zu viel Potenzial, um sich
nicht damit zu befassen. Vielleicht hat jemand von Euch ja auch schon
Erfahrungen damit gesammelt. Dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir
davon berichten würdet.
P.S. Hier könnt Ihr Euch in meinen Autoren-Newsletter eintragen. Ich halte Euch über neue Buch-Veröffentlichungen auf dem Laufenden.
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